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Twitter – eine Hassliebe

Vonall42ponies 2 Jahren zuvorKeine Kommentare
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Heute wird Twitter zehn Jahre alt. Bereits seit einem Jahrzehnt zwitschern die unterschiedlichen Nutzer des Microblogging-Dienstes um die Wette. Ein guter Anlass für unsere Social Media Fachfrau Annabelle, sich wieder einmal ein paar Gedanken zu Twitter und zur Sinnhaftigkeit der Plattform zu machen:

Warum ich einem Großteil unserer Kunden Twitter nicht empfehle

 

„Ich selber würde mich als Nutzer der (fast) ersten Stunde bezeichnen und bin seit 2009 als @mrsatoz auf Twitter. Es war das erste soziale Netzwerk, das ich damals im beruflichen Kontext genutzt habe.

Persönlich war ich damals auf Facebook, Twitter, YouTube, StudiVZ, MySpace, Xing, LinkedIn und wahrscheinlich sogar noch Lokalisten vertreten (erinnert sich jemand an Lokalisten?). Frisch aus der Uni war für mich der alltägliche Einsatz sozialer Medien eine Selbstverständlichkeit. Im Job dann aber die Kollegen und den Chef zu überzeugen, für die PR-Arbeit jetzt auch auf die „Mitmach-Medien“ zu setzen, da stand ich vor einer Herausforderung. Und Twitter war die Lösung.


Twitter als die Einstiegsdroge

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Wer sich jetzt an die Anfänge von Social Media in der deutschen Kommunikationsbranche zurückerinnert, der wird sicher schmunzeln. Early Adopter, Vorausdenker und vor allem Praktikanten in ganz Deutschland standen 2009, 2010 vor der großen Frage: „Wie bekomme ich meinen Chef dazu, die Zukunft zu sehen?“

Demgegenüber standen Chefs und Kollegen, die weder Interesse an noch Ahnung von den neuen Technologien hatten. Grassroots Journalism, Mitmach-Web und bottom-up, das waren Begriffe, die lange Zeit für Angst und Schrecken in den Chefetagen gesorgt haben.

Und dennoch konnte Twitter irgendwann punkten. Denn es war die Einstiegsdroge… Twitter war einfach und irgendwie ungefährlich. Es war nah genug an der SMS, um als Format von den „Digital Immigrants“ verstanden zu werden. Zumindest entstand der Eindruck, dass man in 140 Zeichen, die mit einer Halbwertszeit von fünf Minuten in der Timeline aus dem Blickfeld rutschen, sich „einfach mal ausprobieren“ kann und ohne dabei einen großen Schaden anzurichten. Twitter wurde von der Zielgruppe – nämlich von den Medien – genutzt: „Wenn die dpa Twitter im Newsroom durchlaufen hat, dann müssen wir auch dabei sein.“ Twitter war genau das geordnete Chaos, das die Potenziale des neuen Vernetzens aufzeigte, ohne dabei regellos zu sein.

Twitter ist anstrengend geworden

Twitter war super. Aber es war die Einstiegsdroge. Und nachdem mit Twitter der Grundstein für Social Media in der Marketingkommunikation gelegt war, ging es rasant mit Blogs, mit Facebook, mit YouTube und mit zahlreichen neuen Plattformen wie Pinterest, Instagram und zuletzt Snapchat und Meerkat weiter. Wir sind inzwischen alle süchtig. Nutzer sowie PR- und Marketingmanager spielen die Social-Media-Klaviatur hoch und runter. Wir wissen, welche Inhalte wir auf welche Plattform posten müssen, um diese oder jene Reaktion zu erzielen. Und wir sind endlich so weit professionalisiert, dass wir auch Dinge nicht tun, wenn sie keinen Sinn ergeben. Social Media um Social Medias Willen ist vorbei.

Heute ist es so: Twitter ist anstrengend geworden. Um Twitter im Kommunikationsmix langfristig, regelmäßig und nachhaltig erfolgreich zu machen, ist ein so großer Aufwand nötig, dass ihn die Resultate in 90% der Fälle nicht rechtfertigen. Zumindest für den deutschen Markt konnte Twitter in den letzten zehn Jahren nicht aus der Bubble ausbrechen. Auf Facebook sind alle. Auf Twitter agieren gefühlt seit zehn Jahren nur die gleichen Medienmacher, PRler, Marketing Manager und der kleine Kern von Die-Hard-Twitter- Fans.


Love/Hate

Ich  persönlich liebe Twitter, wenn Jimmy Fallon in der Tonight Show seine Hashtags Serie präsentiert. Ich liebe die Stern Familientweets der Woche. Ich habe einen kleinen Geek-Out, wenn ich im Kaufland einchecke, twittere und Kaufland es liked.

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Unbenannt

Aus Marketingsicht ist Twitter eigentlich nur dann gut, wenn ich beispielsweise Kundensupport der Telekom oder der Bahn brauche. Oder wenn ich eine schnelle Recherche machen muss. Twitter kann, mit dem richtigen Konzept und genügend Ressourcen dahinter, Sinn machen. Mittlerweile empfehle ich unseren Kunden meistens, für den Fall der Fälle einen Twitter-Account anzulegen (Namen sichern), aber Zeit und Budget sinnvoller in andere Kanäle zu investieren. Für Events ist es dann nett, im Hashtag-Stream mitdiskutieren zu können. Aber für den Alltag bietet Twitter weder wirklich preislich attraktive Content-Promotion-Modelle, noch eine breit aufgestellte Nutzerschaft.

Twitter ist für mich zum Nebenbei-Medium – zur wirklichen Commodity – geworden. Ich will es grundsätzlich nicht missen. Mir fehlt aber auch nichts, wenn ich mal einen Monat vergesse, reinzuschauen.“

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  Blog, Social Marketing, Social Media
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