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Marketing Trend Video: Interview mit Yvonne So

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53 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren schauen jede Woche Videos im Internet. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 88 Prozent (). Geht’s um die Marketing-Trends 2018 darf Video als Bestandteil der Content-Strategie von Unternehmen also in keinem Fall fehlen. Immer mehr Features machen es immer leichter, Video-Inhalte zu produzieren. Die technologischen Möglichkeiten entwickeln sich rasant.

„In five years most of Facebook will be Video“ prognostizierte Mark Zuckerberg 2014 und behielt Recht, nicht nur was Social Media betrifft. Glaubt man dem Cisco Visual Networking Index machen Videos 2021 über 80 Prozent des globalen Internet-Datenverkehrs aus.

Auch der Fachkreis Online-Mediaagenturen (Foma) hierzulande ist sich in seinem Trendmonitor zu 85 Prozent sicher, dass Video-Werbung in den nächsten fünf Jahren „sehr bedeutend“ sein wird. Das heißt nicht, dass heute jedermann mit dem Smartphone aufwändige Werbespots produzieren kann. Es geht vielmehr um das Potenzial von Webvideos und wie verhältnismäßig einfach es heute ist, solche Formate von der ersten Idee über Konzeption, Produktion bis hin zu Dreh und Schnitt zu realisieren.

„Die Technik, wie z.B. Licht, Mikrofon, ist aber auch da unbedingt notwendig“, erklärt uns Yvonne So. Die Münchner Video Cutterin und Grafik Designerin gibt Unternehmen und Agenturen genauso wie Einzelpersonen als Dozentin von „Die Smartphotoschule“ in Workshops Dos and Don’ts rund ums Thema Video an die Hand – und taucht mit uns ein in Live-Streams, „Snackable Content“, Tutorials, VR und AR und die leidige Kostenfrage. Was macht den nun den Video-Trend 2018 so alles aus? In jedem Fall ist immer noch viel Professionalität gefragt. Wir haben mit Yvonne So gesprochen …

 

Live dabei, auch wenn das Event kilometerweit entfernt stattfindet. Live-Streaming über Facebook & Co. wird auch 2018 weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Was macht gutes Live-Video-Streaming eigentlich aus?

Yvonne: Exklusive Momente, ein Blick hinter die Kulissen oder eine persönliche Geschichte – Regel Nummer eins ist immer: Live muss wirklich Sinn machen. Regel Nummer zwei: Das Ganze will technisch im Grunde fast genauso gut vorbereitet sein wie ein klassisches Werbevideo. Der User sollte das sichere Gefühl haben, er würde was verpassen, wenn er nicht direkt dabei ist.

 

Nicht umsonst ist das Live-Streaming ideal für Influencer, die uns in Echtzeit authentische Einblicke in ihren Tag geben …

 Yvonne: Exakt. Die Bedeutung von Influencern als Markenbotschafter eines Unternehmens steigt. Sie verkaufen quasi, ohne zu verkaufen, indem sie viel mehr den Rat eines guten Freundes nachahmen. Aber ob Influencer oder Unternehmen, Live-Streams wollen gut angeteasert sein. Das kann mit Hilfe eines Countdowns sein oder über so genannte kurze „Content Snacks“. Und nach dem Live-Stream sollte das Video unbedingt den Nutzern on Demand zur Verfügung gestellt werden. Genauso muss die Qualität des Videos einfach stimmen. Wenn das nicht der Fall ist, sind die User schneller wieder abgesprungen, als es einem lieb ist.

Der Facebook-Algorithmus bevorzugt Live-Videos gegenüber Texten oder Fotos – nicht ohne Grund: Nach Angaben des Social Networks generieren Live-Videos zehn Mal mehr Interaktionen und Kommentare als andere Videos und versprechen zudem eine höhere Verweildauer als der restliche Content. Was heißt das für Marketer?

Yvonne: Live-Video-Streaming ist die interaktivste Form von Videocontent und wird von immer mehr Brands kreativ genutzt werden. Im Grunde könnte man sagen, das Handy ist eine Art neues „Rasender-Reporter“-Werkzeug.

Und Instagram in dem Zusammenhang?

Yvonne: 2017 waren es laut Facebook 250 Millionen Menschen, die sich täglich Instagram Stories anschauten. Vor allem fürs Influencer-Marketing sind Instagram Stories eine Spielwiese. Dank Speichermöglichkeit können Inhalte mittlerweile auch in anderen Bereichen weiterverwendet werden. Die Ankündigung, Stories auch für Facebook auszurollen und Instagram und Facebook Stories privater Profile auf beiden Kanälen zu synchronisieren, geben dem Thema im Business-Kontext weiter Schwung, wobei es eher kontraproduktiv ist, auf beiden Kanälen das Gleiche zu posten. Für jeden Social-Media-Kanal gibt es andere Regeln, und die User wollen auch nicht allerorten Ein- und Dasselbe sehen.

 

YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Warum haben viele Unternehmen das Thema bislang trotzdem noch nicht wirklich auf dem Schirm? 

Yvonne: Jeder im Educational oder Content Marketing, der mit spannenden, nützlichen Inhalten gefunden werden will, sollte YouTube als wichtigen Bestandteil seiner Strategie verstehen. Allerdings macht es uns YouTube mit immer mehr Mindestanforderungen immer schwerer, auf der Plattform Geld zu verdienen. Neuerdings muss man mindestens 1.000 Abonnenten für seinen Kanal besitzen, um Partner werden zu können, zum anderen in den letzten zwölf Monaten eine Wiedergabezeit von mindestens 4.000 Stunden erreicht haben.

 

Goldman und Sachs prognostiziert für 2025 einen VR-Marktumsatz von 80 Milliarden Dollar. Der Hype um PokemonGo hat uns eine Ahnung davon gegeben, was für ein Potenzial in Augmented Reality steckt. Wie geht’s 2018 mit VR- und AR-Video-Marketing weiter?

 Yvonne: Das Smartphone passt in puncto Usability perfekt zu AR. Es braucht nur das Handy, und schon lassen sich reale und digitale Welt verschmelzen. VR ist noch nicht ganz beim Endverbraucher angekommen. Technologien, die im Gesicht getragen werden sollen, haben’s einfach traditionell schwer, die Erfahrung hat schon Google mit seiner Google Glass gemacht. VR und AR gehören aber definitiv zu den Video-Content-Marketing-Trends 2018, vor allem im Help-Bereich bei Trainings und Schulungen, weil sie den Körper der User miteinbeziehen.

 

Was ist der Unterschied von VR/AR zu 360-Grad-Videos?

 Yvonne: 360-Grad-Videos sind eine besonders immersive Form von Videos. Der User taucht richtiggehend ein. Er bestimmt den Blickwinkel und teilweise auch die Fortbewegung im Video, nur mit der Maus oder dem Finger ohne weiteres Hilfsmittel wie VR-Brille. Google hat zwar herausgefunden, dass diese Art von Videos weniger oft angeklickt wird als normale Videos, aber die Klickrate und das Engagement bei aktiven Zuschauern sind um ein Vielfaches höher. Das birgt natürlich großes Potenzial – nicht nur für die Immobilien- und Tourismusbranche, die die 360-Grad-Videos als erstes für sich entdeckt haben.

 

„Kurz, tonlos, wuchtig“, so soll Video-Content 2018 die User für sich gewinnen. Was genau ist mit „Video Snacks“ gemeint?

Yvonne: Facebook, Instagram, Twitter oder Snapchat und natürlich das Smartphone haben die Video-Kommunikation verändert. Videos sind heute in erster Linie kurz und prägnant, „Snacks“ eben. Sie werden im Format 1:1 oder 2:3 produziert, damit sie auf dem Handy funktionieren, und haben gerade mal 1,7 Sekunden, um die Aufmerksamkeit des geneigten Users beim Scrollen auf sich zu lenken. Die Herausforderung für die Kreativen besteht darin, die Kanäle, das Nutzungsverhalten und die Intention der Nutzer zu verstehen – und zu bedienen. Das bedeutet u.a. auch, dass die Videos ohne Ton verständlich sein müssen. Denn 85 Prozent aller Videos werden stumm gehört. Automatische Untertitel sollten also Standard sein, alternativ kleine, passend im Bild platzierte Text-Einspielungen. Wer die Requirements nachschauen möchte, dem empfehle ich diesen Link: https://allfacebook.de/wp-content/uploads/2017/02/facebook-video-requirements-august-2017.pdf

Die Erfolgsfaktoren auf den Punkt gebracht?

Yvonne: Ideale Länge für die Videos: 6 bis maximal 60 Sekunden. Auch ohne Ton konsumierbar, primär im Hochformat gedreht. Auf Youtube ein Video im Hochformat hochzuladen, würde ich allerdings nicht empfehlen.

Ist professionelles Video-Marketing 2018 noch eine Frage des Budgets?

Yvonne: Die Produktion von Web-Videos ist günstiger als je zuvor. Das liegt zum einen an den immer besseren Kameras in Smartphones, aber auch die Software für Schnitt und Audiobearbeitung wird immer besser und einfacher zu bedienen. Viel genutzt werden die Apps Spark Video von Adobe, Animoto oder Quick von GoPro. Wichtiger als technische Raffinesse ist letztlich aber die Relevanz der Inhalte. Das ist kein Trend, sondern dauerhafte Erkenntnis, dass Videos emotional bewegen und/oder einen Mehrwert bieten müssen. Häufig ist Aktualität der entscheidende Faktor. Darauf beruhen auch Trends wie die Gifographics, eine Kombination aus GIF und animierter Infografik. Und eine gewisse Professionalität muss auch immer sein.

 
 
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