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Hack mas – Pack mas!

Vonall42ponies 2 Wochen zuvorKeine Kommentare
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Ein Hackathon – was passiert da eigentlich? Diese Frage stellte ich mir, als Ende letzten Jahres die Einladung zu den FC Bayern Hackdays in mein Postfach flatterte. Schließlich sollte es das erste Event dieser Art für mich als „alten“ Hasen im Digitalgeschäft werden.

Beworben hatte ich mich wenige Woche zuvor, nachdem mir – ganz analog – ein Artikel im Bayern-Magazin ins Auge gefallen war. „Cool“, dachte ich mir. Vier Tage in der Allianz-Arena verbringen, andere Fußball-Verrückte und Digital-Experten aus der ganzen Welt kennenlernen und als i-Tüpfelchen auch noch ein Spiel des FC Bayern in der Allianz-Arena schauen!       

Sieben Challenges zu übergeordneten Themen standen auf dem Zettel, die sich der FC Bayern gemeinsam mit seinen Sponsoren ausgedacht hatte – von Augmented Reality bis hin zu Mobile Interaction. Meine Vorabwahl fiel schnell auf die Telekom-Challenge rund um AR/VR. Schließlich hat mich dieses Thema seit meinem letzten Besuch auf der SXSW in Austin nicht mehr losgelassen. Kreuzchen an der richtigen Stelle gemacht, Lebenslauf hochgeladen und ab damit.

Es vergingen ein paar Wochen, und ich hatte meine Bewerbung für die FC Bayern Hackdays schon fast vergessen, als eines Samstags doch tatsächlich die hochoffizielle Einladung auf meinem iPhone aufpoppte. Und da war sie wieder, die Frage: Was passiert denn nun auf einem Hackathon?

Das Internet verriet mit schon mal: „HackDays bzw. Hackathons sind Veranstaltungen, bei denen Experten verschiedener Disziplinen in Teams an technischen, Business- oder Design-Problemstellungen arbeiten und gemeinsam innovative und kreative Software entwickeln, Prototypen bauen und neue Ideen sowie Lösungsansätze generieren.“

Gespräche mit ausgewiesenen Hackathon-Veteranen brachten noch etwas mehr Licht ins Dunkel. Schließlich hatten die 42ponies*, unter deren Flagge ich bei den FC Bayern Hackdays antreten würde, auch schon zwei Kunden-Hackathons organisiert. ISO-Matte und Schlafsack mitnehmen, genug trinken, offen an die Sache herangehen, Deine Erfahrung einbringen… Okay, aber was genau kann ich beitragen? Gut, ich habe 20 Jahre Erfahrung in der Medien- und Digitalbranche. Aber ich kann weder programmieren, noch bin ich Grafiker oder UX-Designer. In jedem Fall hasse ich es, unvorbereitet zu sein und unvorbereitet in Termine zu gehen. Und ich hasse es nicht zu wissen, was auf mich zukommt. Also noch schnell mit denponies gebrainstormed und tolle Ideen zu Lösungen und Apps zusammengetragen, die wir aus Sicht einer Agentur spannend finden und die einem Fan bislang noch fehlen.

Tag X rückte näher. Der erste Hackathon eines deutschen Fußball-Clubs, und ich mittendrin! Vier Tage in der Allianz-Arena mit Experten aus aller Welt. Die Vorfreude war riesig. Also wie gelernt brav Schlafsack ins Auto, Rucksack mit allem notwendigen Equipment gepackt und los, Ideen-Snippets im Kopf.

Über Slack, den offiziellen Kommunikationskanal des Events, hatte ich mich am Vortag noch mit einem Teilnehmer zwecks Mitfahrgelegenheit verabredet: Um 8 Uhr morgens sammelte ich ihn unterwegs auf und weiter ging’s zur Arena, parken in P1 und auf zur Registrierung in der Säbener Lounge.

Das Ambiente war schon mal beeindruckend: 226 Teilnehmer aus 43 Nationen aus insgesamt 1.3000 Bewerbungen weltweit versammelt im Herzen der Allianz Arena. Zum Auftakt rief Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, das Jahr 2018 zum Jahr der Digitalisierung für den Club aus und betonte die Bedeutung des Themas innerhalb der Gesamtstrategie des FC Bayern.

Weiter ging es mit der Vorstellung der einzelnen Challenges und zahlreichen Vorträgen, ehe es gegen 16 Uhr dann ernst wurde. Ideenfindung und Teambuilding standen auf dem Programm. Nach zwei Stunden pitchen, diskutieren und einem gemeinsamen Abendessen hatte ich dann auch mein Team gefunden – pack ma‘s! Christian, VR-Pionier aus der Schweiz, sowie Waldemar und Julian aus Baden-Württemberg von 3D360.ch sollten meine Begleiter für die nächsten drei Tage werden. Und ich kann es direkt vorweg nehmen: ein großartiges Team! Mit dem sensationellen Namen „Hack ma’s“.

Die Idee stand recht schnell. Es sollte eine Mischung aus VR- und AR-Erlebnis werden, umgesetzt für die Microsoft Hololens. Titel: Home-Stadium. Also, fix das Konzept finalisiert und einen Plan für die nächsten Tage gemacht. Froh, die erste Hürde genommen und ein cooles Team gefunden zu haben, das viel Spaß und eine erfolgreiche Challenge versprach, konnten wir Tag eins erfolgreich abschließen. Dabei sein ist natürlich schon einiges, die Challenge gewinnen ganz klar das große Ziel.

 

Tag 2

Am Samstag um 9 Uhr ging es dann weiter. Christian hatte sein komplettes Kamera-Equipment im Gepäck, so dass unserem Plan, im Spieler-Tunnel des FC Bayern ein 360-Grad-Video zu drehen eigentlich nichts im Wege stand. Eigentlich … Denn in den Spielertunnel kann man natürlich nicht so ohne weiteres hineinspazieren. Doch die Verantwortlich des FC Bayern hatten uns versprochen, dies für uns möglich zu machen, auch wenn vor dem Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen natürlich die Spiel-Vorbereitungen in der Arena Vorrang hatte.

Als es langsam auf Mitternacht zusteuerte, wurden wir allmählich etwas nervös, ob es denn tatsächlich noch klappen würde mit unserem Dreh. Doch dank Sarah aus dem Digital-Team des FC Bayern konnten wir des Nachts noch den „heiligen“ Spielertunnel betreten. Und hier kam Christians Erfindung einer 360-Grad-Halskrausen-Kamera zum Einsatz, die es uns ermöglichte, die Szenerie aus Sicht eines Spielers zu filmen. Kurz das Script durchgesprochen, mir die Kamera um den Hals geschnallt und Klappe – die erste. Nach fünf Versuchen hatten wir die Szene dann im Kasten.
 

 

Tag 3

Sonntag – Matchday! Während Christian das 360-Grad-Video finalisierte und Julian und Waldemar den Prototypen für die Hololens fertig stellten, machte ich mich an die Präsentation für unseren Drei-Minuten-Pitch. Klar liegt in der Kürze die Würze – aber wie sollten wir in drei Minuten die Jury überzeugen, dass unser doch komplexer Prototyp den Sieg verdient hatte? Ein Video – ja, das war die Lösung.

Jetzt gönnten wir uns aber erstmal eine Kreativpause beim Match gegen Werder Bremen. Nach der obligatorischen Currywurst schnell die Plätze im Oberrang eingenommen und den FC Bayern angefeuert! Bei den doch recht zapfigen Temperaturen waren wir froh, dass wir danach direkt wieder den Logen-Bereich aufsuchen konnten. Nachdem sich das Stadion geleert hatte, kaperten wir kurzer Hand eine Eventbox und setzten unseren Prototypen möglichst realistisch in Szene. Würde uns das den Sieg einbringen?  

 

Tag 4 – Finaleeee ….

Montag, der Tag der Entscheidung, begann mit einem Schneechaos auf Münchens Straßen. Nach einer Stunde Fahrtzeit noch nicht spürbar vorangekommen, sattelte ich fix von Auto auf U-Bahn um. Denn 11 Uhr war Deadline für die Abgabe der Pitch-Präsentation und diese befand sich auf MEINEM Rechner. Improvisation ist alles – so finalisierte ich unsere Präsentation eben im öffentlichen Nahverkehr. Unser Video hatte Christian in einer Nachtschicht fertiggestellt. jetzt war es an Waldemar, die Jury von unserer Lösung zu überzeugen. Diese Jury bestand aus Telekom-Verantwortlichen, die den Entstehungsprozess unserer Hololens-Applikation in den Tagen zuvor schon hautnah miterlebt hatten. Dass Telekom-CEO Tim Höttges bei seiner Überraschungs-Stippvisite auch angetan war, war sicherlich nicht von Nachteil. 😊 Das Nutzererlebnis unseres Prototypen über die Holelens ist auch wirklich einmalig. Schließlich präsentierten wir nicht nur schöne bunte Bildchen, sondern ein real nutzbares Produkt!

Zum Finale ging es dann nochmal in die Säbener Lounge. Dort wurden auf der großen Bühne die Sieger der einzelnen Challenges gekürt, die dann im Anschluss um den Gesamtsieg pitchen durften. Den Start machte direkt unsere Telekom-Challenge. Der Herzschlag beschleunigte sich. Der Umschlag wurde geöffnet. Und der Sieger war: „Hack ma’s“. Yeeeeaaaahhh! Geschafft! Ziel erreicht: Challenge gewonnen. Yes!

Doch viel Zeit, sich entspannt zu freuen, bliebt nicht. Denn Waldemar musste/durfte direkt nochmal ran. Wieder drei Minuten. Jetzt wollten wir auch den Gesamtsieg! Am Ende spielte uns die Technik leider einen Streich. Die Lautsprecher blieben stumm, als unser Video ins Grande Finale startete. Der sorgsam ausgewählte Song „Football’s Coming Home“ zur unserer Lösung „Home-Stadium“ blieb dem geneigten Publikum verwehrt. So reichte es letztendlich nicht zum Gesamtsieg. Doch nach vier tollen Tagen im „Endspiel“ der FC Bayern Hackdays zu stehen, das hat uns schon mächtig mit Stolz erfüllt.

Zum Abschluss noch ein Siegerbier mit den Telekom-Kollegen und ein Follow-up-Telefonat für die nächsten Tage verabredet. Dann noch einmal schnell durch den Bayern-Megastore, ehe wir unser „Home-Stadium“ der vergangenen Tage verließen. Für den Abend gab’s definitiv nur noch ein Ziel: Schlaf nachholen!

Neben tollen Eindrücken bleiben: spannende Kontakte, viel Spaß, Erinnerung an kurze Nächte sowie das Gefühl, ein Stück zur digitalen Zukunft des FC Bayern beigetragen zu haben. Und wenn mich demnächst jemand fragt „Was passiert eigentlich auf einem Hackathon?“, werde ich noch immer keine einfache Antwort parat haben. Meine Erkenntnis dieser intensiven Tage: Ein Hackathon bedeutet für jeden eine individuelle Herausforderung. Und am Ende ist es das, was man selbst für sich daraus macht.

In diesem Sinne: willkommen im Home-Stadium!

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