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Die bunte Welt der Emojis: von Avocados, Dönern, Selfies und Prinzen

Vonall42ponies 1 Jahr zuvorKeine Kommentare
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Wenn Éder im EM-Finale nach dem unglücklichen Aus seines Teamkollegen CR7 den entscheidenden Treffer in der Nachspielzeit schießt und man als Fußball-Fan seinen Buddies auf Whatsapp, Facebook, Twitter oder Instagram nur noch „TOOOOOOOOOOOOR“ entgegenschreiben will, dann sind Großbuchstaben nicht ansatzweise ausreichend, um die aktuelle Gefühlslage zu beschreiben. Dafür braucht es schon ein „TOOOOOOOOOOOOORRRR 🎉🎉🎉👏👏👏⚽️⚽️⚽️“.

(Letter)freie Gefühle: Emojis machen das möglich, weshalb sie aus unserem (digitalen) Alltag schon lange nicht mehr wegzudenken sind. Und so hat die Ankündigung des Unicode Konsortiums, ab Mitte Juni weitere 72 neue Emojis einzuführen, unser Emoji-Herz höherschlagen lassen. Endlich kommt das lang ersehnte Avocado-Emoji (übrigens Svenja’s persönliches Highlight neben dem Döner👍). Aber natürlich finden wir nicht nur die neuen Symbole äußerst spannend, sondern ihre Bedeutung für das Online-Marketing. Denn: Wer Emojis nach wie vor als Sprache von Teenies oder Nerds abstempelt, der irrt. Warum sind Emojis aus dem Social Web aber nicht mehr webzudenken? Und wie können sie das Online-Marketing befruchten?

Emoji who?

EMOJISIch erinnere mich noch an mein erstes Smiley, das ich von meinem französischen Austauschschüler per SMS geschickt bekam – es war ein 😉 und ich war ziemlich beeindruckt. Hätte ich damals doch schon von dem Kuss-Smiley gewusst, er hätte garantiert einen bekommen. Und so wurden schon bald die lols durch 😀 und h.d.l.’s durch <3 oder :-* ersetzt. Auch die nahmen irgendwann Gestalt an – in Form von gelben Gesichtern. Aber Vorsicht: Emojis sind nicht das gleiche wie Smileys. Vielmehr umfassen Emojis neben Symbolen für Emotionen in Form von Gesichtern auch eine Vielzahl an weiteren Symbolen für Speisen, Tiere, Pflanzen, Gebäude Sportarten oder Berufe.

Aber wo kommen die Emojis eigentlich her und wer steckt dahinter? Tatsächlich gibt es Smileys und Emojis schon länger als man ahnen mag. So zeichnete der Werbegrafiker Harvey Ball bereits 1963 zwei Punkte und einen gebogenen Strich für eine Versicherungskampagne. In den 90er-Jahren wurden dann die Emojis von der japanischen Telekommunikationsfirma DoCoMo eingeführt, indem den Smileys die gelbe Gesichtsfarbe verpasst wurde (Daher stammt übrigens auch der Begriff: „e“ steht im Japanischen für Bild und „moji“ für Zeichen). Ziel war es, eine verständliche Sprache für Mobiltelefone auf Basis von Symbolen zu entwickeln. Eher durch Zufall wurden die Emojis zu dem, was sie heute sind. Als nämlich Apple für das erste iPhone eine Emoji-Tastatur für den japanischen Markt einführte, wurden viele Apple-Nutzer darauf aufmerksam und installierten sich die zusätzliche Tastatur.

Heute ist sie standardmäßig auf fast allen iPhones integriert. Der richtig große Erfolg kam dann, als das gemeinnützige Unicode-Konsortium beschloss, Emojis in seine Datenbank aufzunehmen. Ernsthaft? Ein ganzes Konsortium für kleine Sinn-/Gefühlsicons? Tatsache: An Bord sind unter anderem Big Player wie Google, Apple, Yahoo und Oracle. Ihre Aufgabe ist es nicht nur, internationale Standards für die Gestaltung von Text festzulegen, sondern auch über Emojis-Neuanträge zu entscheiden – so wie über die medienwirksame Petition “America wants a Taco emoji“ von Taco Bell. Was wie eine alberne Aktion klingen mag, war tatsächlich eine gut durchdachte Marketingmaßnahme.

Relevanz der Emojis

Es mag trivial klingen, aber Emojis bringen Persönlichkeit und Nähe in unsere schriftliche digitale Kommunikation. Sie transportieren Emotionen in unsere durch schnöde Buchstaben dominierten Online-Nachrichten. Einer Umfrage von Emogi zufolge nutzten 2015 fast alle Online-User (genau genommen 92 Prozent) Emojis. Somit können wir hier gleich mit dem Vorurteil brechen, dass die kleinen Symbole lediglich von Jugendlichen genutzt werden. Täglich werden unglaubliche sechs Mrd. Emojis versendet (Quelle Swyft Media). Untersuchungen von Sprachwissenschaftlern verdeutlichen dies noch klarer. So charakterisiert Professor Evans von der Bangor University Emojis als die sich am schnellsten entwickelnde Sprache in der Geschichte Großbritanniens. Aber keine Sorge: Die Wissenschaftler sind sich einig, dass Emojis nicht unser geschriebenes Wort ersetzen, sondern vielmehr dabei helfen, unsere Online-Nachrichten auch mit der richtigen Wahrnehmung beim Adressaten zu übermitteln. Schließlich fehlen Gesten, Mimik und Intonation einfach komplett in der Schriftsprache. Und vielleicht lassen sich so Missverständnisse durch Interpretationen und „zwischen den Zeilen“-Lesen teils aus dem Weg räumen.

What’s in it for us?

Nur weil Emojis in der mobilen, privaten Nutzung nicht mehr wegzudenken sind, heißt das natürlich noch lange nicht, dass sie zwangsweise auch gewinnbringend für das Online-Marketing sind. Allerdings bestätigt eine Studie der University of Missouri-St. Louis: der Einsatz von Emojis erleichtert Marketeers durch eine freundschaftliche Kommunikation den direkten Zugang, holt den Kunden auf einer persönlichen Ebene leichter ab und baut somit ein freundliches, modernes Markenimage mit „menschelnden“ Marketing-Botschaften auf. Daumen hoch für die Interaktionsrate. Durch die emotionaleren (Emoji-)Nachrichten entsteht – egal ob in der Werbekampagne oder im Community-Management – Kommunikation auf Augenhöhe. Und das Gute daran: die Verwendung von Emojis ist absolut kostenfrei!

Gerade Kampagnen von Domino’s Pizza oder WWF zeigen, dass der Einsatz von Emojis als direkter Kaufimpuls gut funktioniert. Aber Vorsicht: Bevor jetzt alle Nachrichten mit Emojis überladen werden, gilt die Devise: Nachdenken, sinnvolle einsetzen und manchmal ist weniger mehr. Emojis sollten nicht unnötig oder kontextfrei genutzt werden. Gerade heutzutage ist ganz wichtig, den kulturellen Hintergrund stets zu berücksichtigen. So nutzen Amerikaner Emojis beispielsweise direkter und anstelle von Wörtern. Japaner hingegen nutzen Emojis eher als Dekoration in ihren Nachrichten oder um Dinge anzudeuten.

Besonders interessant ist es, sich die Emoji-Hits im Ländervergleich anzuschauen. Das Software-Unternehmen Swiftkey hat da eine interessante Studie herausgegeben.

Quelle: https://blog.swiftkey.com/americans-love-skulls-brazilians-love-cats-swiftkey-emoji-meanings-report/

Yes, you can! Let us tell you how …

Okay, klingt ja alles ganz nett, aber wie nutze ich jetzt Döner, Tennisspieler, Affe und Co. für meine Marketing-Strategie? Die ponies* geben da natürlich gerne eine kleine Starthilfe.

Branche und Zielgruppe

Wie immer gilt an oberster Stelle: Auf das Markenimage und die Zielgruppe kommt es an. Falls man es so pauschal formulieren kann, funktioniert der Einsatz von Emojis vor allem bei Konsumgütern sowie Produkten und Dienstleistungen, die mit Genuss und Humor assoziiert werden. Bei krisenbelasteten Branchen oder bei Unternehmen, die großen Wert auf ein sehr seriöses und traditionelles Markenimage legen, sind Emoji-Aktionen vielleicht weniger geeignet. Sollte man sich dann an die Emojis wagen, ist es wichtig zu verstehen, wie die angestrebte Zielgruppe mit Emojis kommuniziert. Hier lautet die Devise: Die Sprache der Zielgruppe sprechen. Konfuse, neue Ansätze für bereits etablierte Emojis können leicht zu Verwirrung, Desinteresse und Unmut führen.

Kanäle

160223135721-reactions-graphics-01-780x439Instagram eignet sich besonders gut für die Verwendung von Emojis, da die Nutzer bereits ungefähr die Hälfte ihrer Kommentare und Bildunterschriften mit Emojis versehen. Instagram weiß um diesen Trend und bietet seit letztem Jahr die Möglichkeit, Emojis als Hashtags zu verwenden. Unser Tipp also: Gerne in Biografie, Posts und Kommentaren die passenden Emojis verwenden.

Emojis funktionieren ebenfalls sehr gut in den Facebook-Statusmeldungen. Apropos Facebook: Seit einiger Zeit kann man über das Liken hinaus mit sechs verschiedenen Smileys (Facebook Reactions) Zustimmung oder Ablehnung ausdrücken, auch eine gute Möglichkeit für Interaktion, wie eine Studie von Zazzle media zeigt. Demnach haben Facebook-Posts mit Emojis eine 57% höhere Like- und eine 33% höhere Comment-Rate als Posts ohne Emojis.

Eine weitere Möglichkeit Emojis zu nutzen ist, sie in den Betreff von Newslettern oder Push-Nachrichten zu integrieren.

Stolperfallen

Wie immer kommt es auf die richtige Balance an. Kontext und Länge des Posts entscheiden über die richtige Anzahl an Emojis. Eine Blaupause gib es hier wie so oft nicht.

Und was die meisten nicht wissen: Nicht jeder Nutzer sieht auf seinem Gerät das gleiche Emoji. Wer per WhatsApp beispielsweise ein weinendes Smiley verschickt, sendet keine Bilddatei, sondern nur den von Unicode festgelegten Code. Dieser Code wird erst auf dem Smartphone des Empfängers wieder in ein Bild verwandelt. Da die Emojis von den unterschiedlichen Software-Herstellern gestaltet werden, können sie dementsprechend unterschiedlich dargestellt sein. Wer Missverständnisse ausschließen will, sollte sich also vorher einmal im Online-Lexikon „Emojipedia“ durch die verschiedenen Emoji-Designs klicken.

 

Ob ihr Emojis zunächst in euren Posts oder Nachrichten einsetzen wollt, oder gleich eine ganze Kampagne starten wollt, bleibt natürlich euch überlassen. Für ein wenig Anregung haben wir euch aber einmal ein paar, wie wir finden, gelungene Beispiele zusammengesucht. Also, viel Spaß beim Stöbern und Emojien 🙂

 

 

Aus aktuellem Anlass: VWs Fan-Emojis zur EM und zu Olympia. Die kostenfreie App „Allstar Fanjis“ enthält 149 von Hand illustrierte Emojis für den Fanjubel. Die Jubel-Symbole können entweder über die App genutzt, oder in die Tastatur geladen und so dirket in Whatsapp, iMessage, Facebook-Messanger genutzt werden. Dabei handelt es sich nicht um die oben beschriebenen Unicode-Emojis, sondern um Bilddateien.

 

 

Budweiser nutzte 2014 für seine Light-Variante Emojis für einen Post zum amerikanischen Unabhängigkeitstag. Eine gute Verbindung aus Humor und Patriotismus. Die aus Emojis zusammengesetzte US-Fahne erreichte 154.000 Retweets und über 114.000 Favorisierungen. Eine aus Emojis zusammengesetzte US-Flagge brachte es auf annähernd so viele.

 

 

Auch Coca-Cola nimmt sich den Emojis an und hat in Puerto Rico eine Emoji-Kampagne gestartet. Gibt ein Nutzer eines der Happy-Emojis in Kombination mit der Endung „.ws“ (die übrigens für Samoa steht) ein, landet er auf der puerto-ricanischen Coca Cola-Website. Hier kann er eine eigene Emoji-Domain gewinnen. Die Kampagne wurde zudem offline vermarktet.

 

 

The Retarus Emoji Christmas Quiz. Auch unser Chefgrafiker des Vertrauens Flo hat für einen seiner Kunden eine coole Emoji-Kampagne umgesetzt. Dabei wurden 19 bekannte Weihnachtslieder als Emoji-Rätsel umgewandelt. Die Kunden durften raten, welcher Song sich hinter dem Bild versteckt. Na, schon eine Idee?

 

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